(c) Kurt Bendfeld
Die Lehrtafel

In der evangelischen Dreifaltigkeitskirche in Bad Teinach befindet sich ein besonderes Kunstwerk aus dem 17. Jahrhundert. Es ist die sogenannte Kabbalistische Lehrtafel der Prinzessin Antonia von Württemberg.
Das Hauptanliegen der Prinzessin, ihrer Mitarbeiter und dem Künstler war, durch dieses Andachtsbild Gott zu ehren und zum Glauben an Jesus Christus einzuladen. Die Lehre der Kabbala wollte die Offenbarungsweisen Gottes im Alten Testament - verbunden mit dem Evangelium Christi - wie einen Lebensbaum darstellen.
Damit wurde auch dem Pietismus, der Förderung der persönlichen Frömmigkeit durch biblische Auslegung, weiter die Tür geöffnet. Die Schöpfer der Teinacher Lehrtafel waren die „Vordenker und frühe Wegbereiter“ des schwäbischen Pietismus (Spener, Schmidlin, Andreä, Ströhlin). Sie erdachten ein Bildnis, das in seiner Art und biblisch fundierten Detailvielfalt einmalig ist. Eine Lehrtafel im besten Sinne. Danach wurde nie wieder versucht, eine Darstellung der biblischen Heilsgeschichte mit der Sephirotlehre der jüdischen Kabbala zu verbinden und christlich zu deuten. Es ging um die organische Verbundenheit von Altem und Neuem Testament.
Für Prinzessin Antonia sollte die Teinacher Lehrtafel ein Bekenntnis zu ihrer Gotteserkenntnis und zu ihrer Freude und Hingabe an Jesus Christus sein. Ihre Bitte zu Gott dürfte es deshalb gewesen sein, dass möglichst viele Betrachter dieses Kunstwerkes sich ihr in der Nachfolge Jesu Christi anschließen möchten.