(c) Kurt Bendfeld
Die Dreifaltigkeitskirche in Bad Teinach


(c) Kurt Bendfeld
Blick auf Bad Teinach

Wenn man sich in der Dreifaltigkeitskirche umschaut, stellt man ganz erstaunt fest, dass sie sehr schlicht ist! Erstaunt daher, weil es eine Hofkirche ist. Als 1662 mit dem Bau dieser Kirche begonnen wurde, kam der Herzog jedes Jahr nach Bad Teinach, um hier seinen „Urlaub“ zu verbringen. Von Urlaub im heutigen Sinn können wir wohl schlecht sprechen! Es war eher die Sommerresidenz, d.h. der Herzog bzw. ab dem 19. Jh. dann der König, haben inden Sommer- monaten von Teinach aus die "württembergische Welt" regiert! Dazu brauchte er auch eine Kirche und so wurde diese Kirche von 1662 bis 1665 vom Herzog Eberhardt III. gebaut. Knapp 15 Jahre vor dem Kirchenbau hatte der 30jährigen Krieg aufgehört! 30 Jahre, von 1618 bis zum Westfälischen Frieden, 1648, hatten die Heere der römisch - katholischen Kirche gegen die Soldaten der protestantischen Herrscher gekämpft. Jeder kämpfte gegen jeden, und am Ende war Württemberg verwüstet: Viele Menschen waren gestorben, als die Heere durchgezogen waren. Die Folge der vielen Todesfälle waren unhygienische Zustände und dadurch kam die Pest! Nach der Pest kamen dann Armut und Hungersnot: es gab kaum noch Bauern, die auf den Feldern arbeiten konnten. 2/3 der Menschen in Württemberg sind gestorben. 2/3 von denen die meisten Männer waren! Damit wir die Situation uns vorstellen können: In Bad Wildbad im Nachbartal, lebten nach dem 30jährigen Krieg noch 23 Einwohner, davon 11 Pfarrerskinder, die mit ihren Eltern aus dem Baltikum eingewandert waren; d.h. nur 10 Wildbader hatten den 30jährigen Krieg überlebt! Dabei ist im 30jährigen Krieg kein Soldat durch Wildbad durchgezogen.

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